Visionen für Marken

Adobe, Reckitt Benckiser und C&A – um diese Marken geht es in absatzwirtschaft 9/2011 und meinem Editorial im Heft:

Die Gemeinsamkeit der Gedanken in zwei prominenten Geschichten dieses Heftes umfasst diesmal verschiedene Facetten des Wandels. Wir wissen mittlerweile alle, wie wichtig permanente Veränderungen und andauernde Anpassungen in der globalisierten Wirtschaft sind. Jeder Unternehmer und Manager sammelt seine eigenen Erfahrungen, wie er wann an welcher Stellschraube dreht, um die Maschinerie in der Erfolgsspur zu halten.
Eigene Strategien im Streben um Alleinstellungsmerkmale sind dabei eine gute Taktik.
Richtig gedeutet und aufs eigene Geschäft abgebildet, bringt aber auch die Nachahmung herausragender Vorbilder erfreuliche Ergebnisse. Zwischen anderem Nutzwert und Lesespaß finden Sie nachfolgend solche Beispiele, die ich mit einem wieder schön passenden Zitat von Rainer Maria Rilke klammern möchte: “Verwandlung ist nicht Lüge.”

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Re-Targeting – Ich bin gar kein Raucher….

Erlebe gerade am eigenen Bildschirm wie gut das Re-Targeting im Internet funktioniert. Seit ich für den Blog-Eintrag über Zippo letzte Woche Informationen gesucht habe, liefern mir die Internetseiten der Axel Springer Media Impact (bild.de, welt.de) munter Banner- und Skyscraper-Werbung  für die Kultfeuerzeuge aus. Ein Klick auf ein “i” wie Info verrät: ” Sie sehen in diesem Banner Produkte, die auf Sie zugeschnitten sind. Sie möchten diese nicht mehr angezeigt bekommen, klicken Sie bitte hier.” Dieses Opt-out führt zum Online-Marketing-Dienstleister Adnologies. Der hat mein Bewegungsmuster auf den Zippo-Websites analysiert und steuert nun recht individualisierte Werbung auf meinen Bildschirm. Nun denn, ich bleib, allein aus professionellem Interesse, eingeoptet.  Aber mir geht es dabei schon etwas wie einst dem Cappucino-Mann von Melitta. Der hatte gar kein Auto. Und ich bin gar kein Raucher… Und sind die Zielgruppen-Daten noch so gut -  nicht immer ist es, wie es scheint. Das ist gut so, denn diese leichte Ungenauigkeit im Re-Targeting kommt natürlich durch die Anonymisierung der Daten zustande. Die funktioniert!

Hier als Erinnerung an eine großartige Werbung und leise Warnung  für alle allzu Datengläubigen:

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Zippo – Die alte Flamme hat´s schwer mit etwas Neuem

229 Millionen Zigaretten wollen in Deutschland Tag für Tag angezündet werden. Eine immense Zahl, aber nur auf den ersten Blick. Vor zehn Jahren rauchten die Deutschen noch über 390 Millionen. Die Volksgesundheit sagt dank, die Marktteilnehmer fragen sich: Was nun? Denn da schrumpft ein Markt mit dem steigenden Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, und wenn er nicht schrumpfen will, dann wird er eben durch den Staat geschrumpft, durch Steuern, durch Aufklärung, durch Abschreckung. Als markttechnischen Kollateralschaden trifft das auch ein Unternehmen, das gar keine Zigaretten herstellt, sondern die eleganteste und kultigste Antwort auf eine Frage gibt, die täglich zigtausendfach gestellt werden dürfte: Haste mal Feuer?

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Bundesliga, Partnerportale und Pitchberatungen

“Start, Beginn und Anfang” ist mein Editorial für die Ausgabe absatzwirtschaft 8/2011 überschrieben:

“Ein guter Start ist sicherlich keine unbedeutende Sache, hat aber nicht viel zu sagen”, behauptet der Philosoph Sokrates. Klar plant der Profi von Anfang an fundiert und erzielt im günstigen Fall gleich zu Beginn Erfolge. Doch der Berufsalltag lehrt, wie wichtig ein langer Atem ist. Und Ideen für neue Geschäfte lassen sich meist nur über geraume Zeit realisieren.
Manager tun also gut daran, die langfristigen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Pünktlich zum Beginn der neuen Bundesliga-Saison am 5. August steht mit Christian Seifert der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL) ausführlich Rede und Antwort. Im Doppelpass mit unserem Autor Roland Karle spricht er über ein Premiumprodukt, dessen Attraktivität und Wirtschaftskraft stetig gestiegen sind. Doch das Wachstum stößt an Grenzen, also muss die DFL als “Dienstleister, Thinktank und Sittenpolizei” der Profiklubs langfristig das Business entwickeln. Wie, das lesen Sie ab Seite 12.

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Lebensmittelklarheit.de – Lamento bringt nix

“Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn unser Portal www.lebensmittelklarheit.de derzeit nur temporär erreichbar ist. Die Server verzeichnen bis zu 20.000 Zugriffe je Sekunde. Wir bemühen uns nach Kräften, das Problem zu lösen.” Das neue Portal lebensmittelklarheit.de, auf dem Verbraucher offensichtlich oder vermeintlich irreführende Angaben zu Lebensmitteln hinterfragen und Unternehmen antworten können, ist am Tag eins seiner Freischaltung kollabiert. Zig meiner Versuche der von der Verbraucherzentralen betriebenen Seite einen Besuch abzustatten sind gescheitert. Wenn es mal so bliebe, wird mancher Kritiker aus der Lebensmittelindustrie insgeheim denken. Wunschtraum. So peinlich der Start für die Betreiber ist: Wenn der Ansturm zum Start ein Zeichen für den Zuspruch der Verbraucher sein sollte, dann bitte warm anziehen, die Bleistifte spitzen und mal kritisch auf die eigenen Verpackungen schauen.  Steht drauf, was drin ist? Jedes Lamento über den neuen Dienst ist völlig überflüssig. Er ist politisch gewollt von der Bundesregierung. Ihn als Internet-Pranger zu kritisieren, ist ja sogar richtig, aber in Zeiten des Web 2.0 die falsche Perspektive. Lebensmittelklarheit.de bündelt und katalysiert, was der Wirtschaft und nicht nur der Lebensmittelindustrie ohnehin ins Haus gestanden hätte: die Wucht der per Social Media organisierten kritischen Öffentlichkeit. Wie war das noch mit den Marken? Geht es da nicht um Vertrauen? Das gewinnt bestimmt niemand, der gegen einen Dienst wettert, der, wenn man es aus Sicht der Verbrauchern betrachtet, eine lange vermisste Transparenz schafft.

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Lindstrom macht den Packard – oder doch nicht?

Von einem Buch aus Ur-Tagen des Marketing hat sich dieses nie wirklich erholt: Vance Packards “Geheime Verführer”. Seit seinem Erscheinen 1957 stehen Marketing und Werbung unter dem Generalverdacht, unterschwellig manipulativ zu sein. Dass sich die Kernvorwürfe später als falsch herausstellten – geschenkt. Nun droht sozusagen Band 2, und zwar in Form des Buchs “Brandwashed” des populären schwedischen Markengurus Martin Lindstrom.

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Wikileaks hijacked Mastercard

Wikileaks wirbt für Unterstützung und bedient sich kreativ bei Mastercard. Die Enthüllungsplattform nimmt den Kreditkartenbetreiber stellvertretend auch für andere Institute hopps. Sie hatten 2010 den Zahlungsverkehr für Wikileaks eingestellt, worauf das Spendenaufkommen einbrach. Gründer und Mastermind Julian Assange steht in Großbritannien unter Hausarrest und ihm droht in Schweden ein Verfahren wegen sexueller Delikte; er versucht die Auslieferung zu verhindern. Seit Beginn der Wikileaks-Blokade durch die Geldhäuser fließt weniger Geld in die Kassen der Wikileaks-Organisation, die unter anderem mit der Veröffentlichung von Dokumenten des US-Außenministeriums für Furore sorgte. Assange kapert die bekannte Mastercard-Werbung, eher um seine Kritik kundzutun als um Spenden einzuwerben. Was er bei seiner Aufzählung von Kosten entgangenen Einnahmen verschweigt, sind die Aufwendungen für den Spot – denn der ist perfekt, technisch. Ob dies aber angesichts der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der richtige Zeitpunkt für moralinsaure Ironie ist – eher nicht.

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Exzellenz und Leidenschaft – was sonst?

“Excellence is our passion”, das ist seit einigen Monaten der Claim zur neuen Corporate Identity des Henkel-Konzerns. Spontan glaube ich das sofort, aus vielen Begegnungen mit Mitarbeitern und Managern des Unternehmens spricht genau das: Exzellenz  ist ihre Leidenschaft. Aber ist es nicht erschreckend, wie austauschbar und nichts sagend viele Unternehmens-Claims am Ende sind? Weiterlesen

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“Hopp Schwiiz” im Markenranking

Wer hat´s erfunden? Die Finnen nicht, wie wir aus der Ricola-Werbung wissen. Die Schweizer. Und das ist den Eidgenossen wichtig, nicht nur beim Lutschbonbon… Weiterlesen

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Nachladen bitte!

Hier mein Editorial aus absatzwirtschaft 7/2011 über E-Commerce, Deutsche Bahn und Lizenzgeschäfte:

Erinnern Sie sich noch an Myworld? Boo? Webvan? Allesamt Geschichten des Scheiterns aus den Anfangsjahren des Internets. E-Commerce zum Abgewöhnen. Für die Geldgeber ein Desaster, für die Nutzer alles andere als ein überzeugendes Einkaufserlebnis. Wer damals innovativ voranschritt, ist oft spektakulär auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

Die Anfang der 2000er-Jahre geplatzte Dotcom-Blase, sie war auch ein Schlag ins Kontor des E-Commerce. Noch Jahre danach scheuten sich viele Einzelhändler und Investoren davor, das Internetgeschäft konsequent anzugehen.

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